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Graphische Lagedarstellung

Ausgangslage

Bei der Armeeführung ist es essenziell, zu jedem Zeitpunkt zu wissen, wie die eigenen und fremden Verbände und Ressourcen im Gelände disponiert sind. Hier kommt die Computergrafik zur Hilfe. Nach eingehender Markt­evaluation wurde Paranor mit der Entwicklung eines allgemeingültigen Lagedarstellungsystems für die Schweizer Armee betraut. Das System musste die unterschiedlichen Bedürfnisse vom strategischen Planer, Feldtaktiker, Logistiker und Nachrichtungsoffizier abdecken.

Lösung

Das Grundkonzept ist einfach: Die Benutzerdaten werden auf einem Kartenhintergrund symbolisch dargestellt. Die Verwirklichung dieses Konzeptes war aber umfassend:

  • Komplexer Aufbau der Darstellung – dynamisch zusammengesetzte Signaturen, mehrschichtige Vorder- und Hintergründe, usw. – sowie Erweiterbarkeit der Darstellungsarten stellten hohe Anforderungen an das System. Um solcher Anforderungen gerecht zu werden, wurde eine strukturierte, textliche Datendefinitionssprache (data definition language) entworfen. Die in dieser Sprache beschriebene (und auch menschlich lesbare) Information wird mittels data dictionary in der Grafik umgesetzt
  • Hochleistungsgrafik und eine speziell entwickelte räumliche Datenbank sorgen für schneller Aufbau und Manipulation der Darstellung.
  • Als Hintergrund dienen Vektor- und Rasterkarten sowie Luftaufnahmen. Bei Vektorkarten gibt es die Möglichkeit, den Hintergrund unter Benutzerkontrolle oder massstabsabhängig inhaltlich und grafisch anzupassen.
  • In Standalone-Betrieb wird die Darstellung vom Bediener an der grafischen Oberfläche erstellt und bearbeitet. Im Netzwerk kann das System Daten von externen Quellen empfangen, konsolidieren und verteilen. Der Darstellungskern (display engine) kann auch in eine andere Anwendung eingebettet und über ein API (application program interface) gesteuert werden.
  • Neben statischen Darstellungen können mobile Objekte dynamisch überwacht und deren Bewegungen zwecks nachträglicher Analyse aufgenommen werden.
  • Szenarien und Simulationen unterstützen Beschlussfassung, Planung und Übungen.
  • Zur Auswertung quantitativer Daten können thematische Karten und statistische Charts erstellt werden.

Realisierung

Als Generalunternehmer war Paranor für das Lösungskonzept, die Realisierung und die Einführung als schlüssel­fertiges System zuständig. Diese Verantwortung umfasste nicht nur die Softwareentwicklung, Hardware­beschaffung und Systemintegration, sondern auch die notwendigen Kartenmaterial. Da keine geeigneten Digitalkarten vorhanden waren, wurden Karten in den verschiedenen Massstäben digitalisiert. Dabei leistete Paranor Pionierarbeit – im Rahmen dieses Projektes wurde die allererste voll vektorisierte Landeskarte der Schweiz erzeugt!